Der DJV tagt ... in Hannover (I)

VON Dr. Wolf SiegertZUM Montag Letzte Bearbeitung: 26. November 2013 um 16 Uhr 40 Minuten

 

Berlin, den 2. November 2013: Seit dem 24. Oktober 2013 ist auf der über einhundertausend Euro teuren Website - made by raphael - der "Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten", des Deutschen Journalisten Verbandes, der folgende Text zu lesen:

DJV-Verbandstag

Signal im Strukturwandel
Vom 4. bis 6. November lädt der Deutsche Journalisten-Verband fast 300 Delegierte aus ganz Deutschland zu seinem ordentlichen Verbandstag nach Hannover ein.

Auf der Tagesordnung des dreitägigen Konvents stehen die Wahlen des neuen DJV-Bundesvorstands, Anträge und Resolutionen zu Medienpolitik und Journalismus. „Ich wünsche mir, dass von unserem Verbandstag ein Signal des journalistischen Selbstbewusstseins in Zeiten des medialen Strukturwandels ausgeht“, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, der sich in Hannover zusammen mit den anderen sechs Mitgliedern des DJV-Bundesvorstands erneut zur Wahl stellt.

Die Zukunft und die Finanzierung des Journalismus werden die beiden inhaltlichen Schwerpunkte der Antragsberatung bilden. Zum Auftakt führen am Nachmittag des 4. November Online- und Printjournalisten in einer Podiumsdiskussion in das Thema ein. Ein weiterer Schwerpunkt werden die laufenden Tarifauseinandersetzungen an Tageszeitungen und Zeitschriften sein. Der DJV fordert sechs Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar und die Einbeziehung der Onliner in die Tarifverträge. Weder Zeitungs- noch Zeitschriftenverleger waren in den ersten Tarifrunden zu Zugeständnissen bereit. „Ich erwarte, dass die Delegierten in Hannover klare Worte zur Tarifpolitik finden werden“, sagte Konken.

Der DJV-Verbandstag 2013 findet statt vom

4. November, 14.00 Uhr bis 6. November 2013, ca. 15.00 Uhr
Maritim Airport Hotel
Flughafenstr. 5, 30669 Hannover

Der Konvent ist presseöffentlich. Um vorherige formlose Anmeldung bei der DJV-Pressestelle wird gebeten.

Die DJV-Pressestelle ist vom 4. bis 6. November ausschließlich in Hannover zu erreichen unter
Tel.: (0511) 9737 5809
Fax: (0511) 9737 6309

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Hendrik Zörner
Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13

So weit, so gut?

- Wer vorab mehr über diesen Verbandstag erfahren will, der/die findet rechts von diesem Text einen Termin-Link der als DJV-Aktiv, DJV-Tagungausgewiesen ist.

Mehr als zwei Kalenderblätter, die erneut auf das Datum verweisen, sind aber an dieser Stelle nicht zu finden.

- Unten, am unteren Ende der Homepage findet sich unter dem Eintrag: "DJV-Tweets" der Hinweis:

DJVde: RT @matthiasdan Schon mal einen Blick drauf werfen? Unser journalist-Blog zum Verbandstag entsteht gerade http://t.co/NDwt8y9OW9 #DJV13

- Darüber gelangt man auf die Twitter-Seite:

https://twitter.com/DJVde

- Über diese wiederum führt der Weg weiter auf die Adresse des Blogs der Zeitschrift "Journalist":

http://www.journalist.de/blog-test/wie-sieht-journalismus-morgen-aus.html

auf dem tatsächlich etwas mehr los ist: - Von Interesse vor allem

- der Kurzbericht von einer Arbeitsgruppe, die "Vor ziemlich genau einem Jahr" damit beauftragt worden sei, sich mit den "Fragen zur Zukunft des Journalismus [zu] befassen". Und die am 1. November 2013 mit 8 ZUKUNFTSTHESEN an den Start gegangen ist [1].

Gut so. Eine gute Grundlage für die aktuelle Diskussion.

Bleibt die Frage, warum das schon vor Jahren zu diesem Thema erstellte Vorstandspapier inzwischen vollständig aus der Diskussion verschwunden ist [2] ?

- Eine zweite Arbeitsgruppe hat(te) sich mit der Frage der Finanzierung des Journalimus’ beschäftigt, deren Ergebnisse auf der Blogseite: Wie sieht Journalismus morgen aus? von Michael Anger vom BJV in einem Gespräch mit Monika Lungmus dargestellt werden [3] [4].

- In einem Beitrag aus der Recherchegruppe des DJV-Berlin-Mitglieds Schröder wird mit allerlei - sachdienlichen ? - Weisheiten aufgewartet:
Von dem Zitat des Diplompädagogen und Kommunikationsberaters Claudio Seipel in einem Spiegel-Onine-Text von Bärbel Schwertfeger: Zu schlau für den Job:
"Hervorragende Fachkenntnisse reichen einfach nicht aus, um Karriere zu machen", sagt er. "Dazu gehört auch die Einhaltung von ungeschriebenen Spielregeln und eine geschickte Machtpolitik."
... bis hin zum "Begrüßungswort" zum Verbandstag 2013 von Stefan Heym:
“In Wirklichkeit ging es wohl zu, wie es immer in der Geschichte zugeht: alle handeln nach Zwängen, die sich einer aus dem anderen ergeben, und die Vernunft zieht den Kürzeren.”

- Interessant, dass der von ihm eingeblendete Link
http://www.djv.de/startseite/profil/der-djv/djv-gremien/verbandstag.html
auf der Homepage der DJV-Seite nicht zu finden ist [5].

- Bemerkenswert: Ein Beitrag von Julian Heck zu den 8 Zukunftsthesen.

- Bemerkenswert: Alle 15 vom DJV-Berlin nach Hannover entsandten Mitglieder sind in der Liste der "Teilnehmer/innen DJV-Verbandstag 2012" vom 26.09.2012 [sic!], 10:09:05 als "Freier Journalist" oder "Freie Journalistin" ausgewiesen.


Auf der Folgeseite des zweiten Tages wird auch über den Verlauf der Begegnung eingegangen werden. Und das eher kommentierend, da davon auszugehen und zu hoffen ist, dass der Berichtsteil von den KollegInnen vor Ort in Eigenregie erstellt werden wird.

Anmerkungen

[11. Die Mehrheit der Journalistinnen und Journalisten arbeitet freiberuflich

Auf dem gesamten Arbeitsmarkt sind zunehmend Freiberufler tätig. Die Zunahme im journalistischen Bereich ist noch deutlich stärker als generell auf dem Arbeitsmarkt. Dabei wird es für die freien Journalistinnen und Journalisten immer wichtiger, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln und auch umzusetzen. Unternehmerische Kenntnisse und Fähigkeiten der Selbstvermarktung werden deshalb eine wichtige Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Im Gegenzug verlieren klassische Tarifverträge, betriebliche Vereinbarungen und andere arbeitnehmerbezogene Errungenschaften quantitativ an Bedeutung.

2. Festangestellte werden zu Redaktionsmanagern

Schon heute arbeiten Redakteurinnen und Redakteure häufig als Redaktionsmanager: Sie planen, stimmen sich intern ab und vergeben Aufträge an Freie. Durch die Auflösung von klassischen Arbeitsformen, in denen alle Beteiligten in der Redaktion vor Ort sind, sind neue Abläufe erforderlich, die sicherstellen, dass die journalistisch Tätigen in Entscheidungsprozesse eingebunden sind. Freie Journalisten gelten nicht als zweitrangige und leicht austauschbare Lieferanten, sondern sind integraler Bestandteil einer Redaktion. Das muss finanziell wie rechtlich angemessen berücksichtigt werden. Die überwiegend autodidaktisch angeeigneten Managementkompetenzen unter Journalisten müssen durch strukturierte Bildungsangebote fundiert werden und dürfen nicht zu einer unangemessenen Belastung sowohl der festen als auch der freien Redaktionsmitarbeiter führen.

3. Journalistinnen und Journalisten werden zunehmend als Marke wahrgenommen

Jeder Journalist gewinnt als Marke an Bedeutung. Sich selbst als Marke zu verstehen ist daher unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis wichtig. Mit seinem Namen steht er für Qualität, für spezielle Themenfelder und auch für eine bestimmte Haltung. Medienhäuser erwarten, dass Journalisten ihr eigenes Netzwerk aus Nutzern, also ihre eigenen Communitys, aufbauen und diese einbringen, wenn sie neu in ein Unternehmen kommen. Die Community folgt dem Journalisten auch zu wechselnden Arbeitgebern oder in die Selbstständigkeit. Das kann über Mediengrenzen hinweg erfolgen. Leser bzw. Zuschauer werden zu Garanten der Glaubwürdigkeit. Sie sind dabei verstärkt in den Arbeitsprozess - von der Recherche bis zur Veröffentlichung – eingebunden. Training für den Aufbau und die Pflege von "Human Brands", also Personenmarken sowie Training zur optimalen Einbindung der Zielgruppe sind wichtiger Bestandteil der Aus- und Weiterbildung.

4. Digitale Kompetenz ist eine wichtige Bedingung für Erfolg

Technologie und Innovation werden verstärkt zu Erfolgsfaktoren – für die Medienbetriebe und für Journalistinnen und Journalisten selbst, egal ob es sich um Feste oder Freie handelt. Neugierde auf technische Möglichkeiten und innovative Ansätze sind neben den bisherigen journalistischen Kernkompetenzen selbstverständlich. Nicht nur digital arbeitende Journalisten bedürfen in Zukunft eines grundlegenden Verständnisses für die Technologien, mit denen sie arbeiten können und dem, was dahinter steckt. Journalisten müssen nicht Programmierer sein, doch für interdisziplinäres Arbeiten ist das Verständnis von deren Arbeit von Bedeutung. Die Organisationsstrukturen in den Medienbetrieben werden sich diesen Erfordernissen anpassen müssen. Sie müssen sich der technologischen Realität anpassen und flexibler werden. Die neuen Anforderungen dürfen jedoch nicht dazu führen, primär technische Aufgaben vollständig auf journalistisch Tätige auszulagern.

5. Journalistin/Journalist ist derjenige, der verbindet und interagiert

Journalistische Arbeit wird zu einem transparenten Prozess. Wichtig ist das Einbinden der Leser durch direkten Dialog, Crowdsourcing etc. Publikumspflege wird zu einem Teil des journalistischen Prozesses. Journalisten müssen die Rezipienten auch auf neuen Wegen erreichen. Es gilt, transparent, publikums- und prozessorientiert zu arbeiten. Journalisten können in der Regel nicht mehr wochenlang recherchieren, ohne ein (Zwischen-)Ergebnis öffentlich zu machen. Ausnahmen bleiben natürlich investigative, sensible Recherchen. Die verschiedenen Zielgruppen werden über verschiedene Kanäle angesprochen. Daher ist mehr Vielfalt in den Redaktionen erforderlich – sowohl bei Themen als auch bei den Mitarbeitern – um als Massenmedium, z.B. Lokalzeitung, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Medien, bei denen die Leser nicht das Gefühl haben, ernst genommen zu werden, verlieren an Bedeutung. Für Redaktionen bedeutet das eine Umstellung. Vor allem aber müssen Journalisten ihre Fertigkeiten erweitern, um für diesen Dialog gerüstet zu sein. Wichtig sind vor allem Offenheit und Kommunikationskompetenzen.

6. Journalistinnen und Journalisten werden zu Unternehmern

Einhergehend damit, dass die Zahl der freien Journalistinnen und Journalisten zunimmt und die eigene Marke immer bedeutsamer wird, finden immer mehr Journalistinnen und Journalisten Ansatzpunkte für eine Unternehmensgründung. Vor allem der technische Fortschritt und die Möglichkeiten, die das Internet, Social Media und Co. für den Journalismus bieten, führen dazu, dass Journalisten zu Startup-Gründern werden. Sie probieren auf dem freien Markt aus, was in Redaktionen fehlt und tragen dazu bei, den Journalismus auf inhaltlicher wie struktureller Ebene neu zu formen. Ein solch innovatives Unternehmertum wird für alle im Journalismus Tätigen wichtiger, auch für Festangestellte. Kenntnisse der Betriebswirtschaft gewinnen an Bedeutung, ohne dabei journalistische Unabhängigkeit einzuschränken. So entstehen Innovationen, die mögliche Lösungen für wirtschaftliche Probleme sind.

7. Journalistinnen und Journalisten haben Freiräume

Journalismus ist ein Beruf für Menschen mit Leidenschaft und einer hohen Leistungsbereitschaft. Freiräume gehören für sie zu guten Arbeitsbedingungen. Das Schaffen von Freiräumen wirkt der Abwanderung in andere Berufe entgegen. Nachrichtenjournalismus in Echtzeit wird mit einer neuen Arbeitsaufteilung begegnet, der Schichtarbeit mit mehr Personal. Die Arbeitsverdichtung nimmt generell ab. Präsenzkultur mit festen Arbeitszeiten und vielen Überstunden gehört in vielen Bereichen der Vergangenheit an. Journalistinnen und Journalisten haben die Möglichkeit, auch von Zuhause aus oder im Co-Working zu arbeiten. Co-Working als Arbeitsform gewinnt generell an Bedeutung – nicht nur für Freiberufler und Startups. Durch die Zusammenarbeit mit anderen in größeren Räumen können Journalisten von anderen profitieren. Zu den Freiräumen gehört auch zum Beispiel die Möglichkeit zu Sabbaticals, also zu einem Jahr Auszeit oder Teilzeitarbeit. Um Freiräume zu schaffen, gilt es auch, die Sozialleistungen zu erhöhen – auch weil immaterielle Anreize, die früher den Reiz des Berufs ausmachten, kaum mehr vorhanden sind, z.B. Reisen und häufige Außentermine. Schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Honorare und mangelnde Freiräume gehören der Vergangenheit an.

8. Solidarität prägt den Umgang

Journalistinnen und Journalisten gehören einem Berufsstand an, der gemeinsam mehr erreicht. Das Bedürfnis nach Solidarität wächst. Konkurrenzdenken und Misstrauen sind Eigenschaften, die erfolgreichem Journalismus entgegenwirken. Gerade in Zeiten des Umbruchs bestimmt Solidarität den Umgang von Journalistinnen und Journalisten untereinander. Journalistinnen und Journalisten treten für ihre Kolleginnen und Kollegen ein, auch Festangestellte für Freie und umgekehrt. In der Aus- und Weiterbildung muss daher nicht nur auf gemeinsam geteilte Regelstrukturen abgestellt werden, sondern auch auf eine berufliche Identität, die sowohl moralethische Aspekte als auch Solidarität untereinander beinhaltet.

[2Da dieses Papier nicht einmal mehr für Mitglieder auf der neuen DJV-Webseite zur Kenntnis bzw. zum Download bereitgestellt wird, soll es an dieser Stelle nochmals aus der Versenkung hervorgeholt und mit in die Diskussion eingebracht werden:

Redaktionelle Erklärung vom 26. November 2013

[3journalist: Warum hat der DJV die Finanzierung des Journalismus auf die Agenda gesetzt? Ist das nicht Sache der Medienunternehmen?

Michael Anger: Nicht nur. Natürlich sind zuallererst die Medienunternehmen selbst gefordert. Sie müssen tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und die Voraussetzungen für guten Journalismus sichern. Statt sich gegenseitig aufzukaufen, sollen die Verlage das Geld dazu verwenden, Personal einzustellen und anständige Gehälter und Honorare zu zahlen. Aber der Erhalt von Journalismus, von medialer Vielfalt ist eben auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier ist der Gesetzgeber gefragt.

In welchen Bereichen des Journalismus sieht die Arbeitsgruppe denn besonderen Handlungsbedarf?

Handlungsbedarf gibt es beim Recherchejournalismus, bei investigativem Journalismus. Den betrachten die Verlage als kostspielig, weil sich der Aufwand nur schwer refinanziert. Daher besteht die Gefahr, dass dieser Bereich wegbricht. Auch der Lokaljournalismus muss gefördert werden, denn dort liegt in erster Linie das Interesse des Publikums und damit die Zukunft der Tageszeitungen.

Was kann der Gesetzgeber hier tun?

Der Gesetzgeber könnte die Privilegien, die Verlage heute genießen konsequent an die Voraussetzung knüpfen, dass ein originärer Beitrag zur Meinungsvielfalt geleistet wird. Zudem ist zu überlegen, inwieweit man die Rahmenbedingungen für Start-ups im Digitalbereich verbessert und beispielsweise günstiges Risikokapital für Gründer anbietet, wovon dann Journalistenbüros profitieren würden. Neue öffentliche Finanzierungsmodelle sollte der Gesetzgeber ebenfalls prüfen – denkbar sind eine Aufstockung der Haushaltsabgabe, die Einführung einer sogenannten Kulturflatrate und öffentliche Stiftungen. Uns ist dabei wichtig, dass das öffentliche Fördergeld direkt den Journalisten beziehungsweise dem Journalismus zugute kommt.

Dann ist da noch der DJV. Was könnte er als Berufsverband leisten?

Wir machen ja bereits Existenzgründungsberatung, die kommt auch gut an. Das muss aber ausgeweitet werden. Besonders die Freien müssen darüber informiert werden, welche Finanzierungsmöglichkeiten für sie infrage kommen: Wie funktioniert Crowdfunding? Was ist Mikrofinanzierung? Wo gibt es Stiftungsgelder? Wir müssen uns mit unseren Forderungen auch noch stärker als bisher in die Politik einbringen.

Gibt es Finanzierungsmodelle, die aus Sicht der Arbeitsgruppe besonders interessant und reizvoll sind?

In Nordrhein-Westfalen hat man ja ein Stiftungsmodell eifrig diskutiert. Und offenbar gibt es auch in Bayern jetzt Überlegungen. Das NRW-Modell ist ganz gut, gerade für freie Journalisten. Man könnte Gründungsdarlehen an Journalistenbüros vergeben, man könnte Recherchen finanzieren – all das wäre möglich. Man könnte sich auch überlegen, den Fördertopf besser auszustatten, um dann kleineren Unternehmen nach dem Modell der öffentlichen Förderbank KfW einen Weg aus dem Innovationsstau zu ermöglichen. Solche Darlehen müsste man auf jeden Fall an Bedingungen knüpfen: Wie sieht es da mit Tarifgehalt aus? Wie sieht es aus mit den gemeinsamen Vergütungsregeln? Einfach nur Geld für lau – das kann’s nicht geben. Aber man muss auch darauf achten, dass bei dieser Art der Förderung der Staat keinen Einfluss nimmt. Staatlichen Einfluss lehnen wir ab.

Gab es innerhalb der Arbeitsgruppe auch kontroverse Diskussionen?

Sicher. Ein umstrittener Punkt war gerade die öffentliche Förderung. Es gibt Kollegen, die sagen: Der Staat soll außen vor bleiben. Und andere sagen: Es funktioniert nicht, wenn man das Bereitstellen journalistischer Angebote den Verlagen und damit dem Markt überlässt, weil dort nur noch rein kaufmännisch agiert wird.

[4In Ergänzung zu dieser Diskussion sei hier eine der internen persönlichen Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt:

Notat im Nachgang zur 2. Runde „Finanzierung des Journalismus“ vom 28.5.13

[5Aber auch das mag sich ja bis zum Beginn des Verbandstages ändern. Webseiten leben und die Diskussion darüber möge sie beleben... WS.


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