DaybyDay ISSN 1860-2967
21.10.2009 <<   22.10.2009   >> 23.10.2009
Übersicht

KvT

Käte van Tricht wurde am 22. Oktober 1909 in Berlin geboren, lebte und arbeitete in der Freien und Hansestadt Bremen und verstarb dort am 13. Juli 1996.

Heute jährt sich ihr Geburtstag also zum einhundertsten Mal. [1]

In den nachfolgenden Einträgen wird zunächst nur auf die Ereignisse, Veranstaltungen und Publikationen und Sendungen rund um diesen Tag Bezug genommen.

Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Seite
www.kaete-van-tricht.de [2]
noch ausführlicher und umfassender dargestellt werden.

Zur Vorbereitung, Gestaltung und Betreuung dieser Seite konnte im Sommer 2008 der Grafiker und Designer Michael Ley gewonnen werden, der seit diesem Zeitpunkt die Darstellung unter dem Arbeitstitel: "KvT" [3] entwickelt und allen, die daran Interesse zeigen, seine Zusammenarbeit angeboten hat. [4]

Derzeit sind für diese Online-Darstellung im Rahmen der Nachforschungen, Zusammenstellungen, Dokumentationen und Kommentare, die folgenden Kategorien in Arbeit:

- Wirken
Hier entsteht ein Verzeichnis über das in der Öffentlichkeit bekannte Wirken der Künstlerin
- Werke
Hier entsteht ein Überblick über alle Spuren dieses Wirkens, die auf Tonträgern festgehalten und teilweise bislang schon veröffentlicht worden sind
- Wirkung
Hier gibt es eine Einsicht in die Bedeutung, die Wirkung und das Werk, so wie es in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden ist
- Wir
Hier werden ein Reihe von persönlichen Beobachtungen und Aussagen zu "Leben und Werk" gesammelt und präsentiert werden
- Widerstand
Wenn es ein Wort gibt, dass das Leben von Käte van Tricht in den vielfältigsten Facetten geprägt hat, dann war es dieses: Hier wird es "mit Leben erfüllt" werden
- Ein Leben auf der Walze
Dieses ist die Überschrift eines umfangreichen Text-Konvoluts, an dem Käte van Tricht bis ins hohe Alter gearbeitet hat, um über ihr Leben zu berichten.
Es hätte viele gute Gründe gegeben, diese Aufzeichnungen aus Anlass dieses Tages zu publizieren. Und der Dank gilt schon heute all jenen, die bereit waren, sich an dieser Aufgabe zu beteiligen - und vor allem jenen, die auch nach diesem Tag noch dazu bereit sein werden.
Wenn dieser Text aber erst einmal bekannt sein wird, wird deutlich werden, dass es ebenso gute Gründe gibt, seine Publikation von diesem Ereignis abzukoppeln.


Die vielfältige Persönlichkeit dieser Musikerin, die sich beim Betrachten dieser Seite zu erschliessen beginnt, soll hier bereits durch einen Hinweis auf ihre kleine Komposition bereichert werden, die sie einst selbst unter dem Titel "Ischa Freimaak!" in Noten gesetzt und auch selber - angeblich auch in der Kirche - zum Besten gegeben hatte.

Wer von Ausserhalb zur Teilnahme an dieser Veranstaltung angereist ist, erfährt sogleich bei seiner Ankunft am Bahnhof in Bremen: Es ist wieder einmal: Freimarkt.

Und so hat selbst der Besuch an ihrer Grabstelle - die vor Jahren ohne Zustimmung der Angehörigen mit Spaten und Metermass von der Friedhofsverwaltung auf eine Urnengrab-Standard-Grösse reduziert worden war - etwas von jener besonderen Stimmung, die für Bremens "Fünfte Jahreszeit" so typisch ist. [5]

JPEG - 43.3 kB

In der Vorbereitung auf diesen Tag wurden bereits frühzeitig Anregungen und Vorschläge zur Vorbereitung und Durchführung dieses Tages und Abends am Bremer Dom eingereicht und vorgetragen.

Heute aber obliegt es zunächst den derzeit Aktiven und Engagierten, ihr Bild von dieser Persönlichkeit aus ihrer eigenen Sicht zu zeichnen und es zur öffentlichen Rezeption freizustellen.

Gerade die einst all-tägliche Nähe verbietet es, sich in diese Reihe dieser so dankenswert Aktiven eingliedern zu wollen.

Es ist vielmehr die Aufgabe des Sohnes, jeden Menschen, der seine eigene Geschichte mit ihr, Käte van Tricht, erlebt hat, zu ermutigen, diese aus dem eigenen Erleben zu beschreiben, zu erzählen und damit zu dokumentieren.


Bereits am Vortag erscheint im Bremer Weser-Kurier auf der "KULTUR"-Seite 23 ein Text von Manfred Züghart - mit einem Foto von Walter Schumann: Käte van Tricht an der Orgel-Empore - unter der Überschrift:

Primadonna an der Orgel Dom erinnert morgen an den 100. Geburtstag seiner Organistin Käte van Tricht. [6]

Und bei Radio Bremen ist im Klassik: Akzente - Programm des Nordwestradios ab 20:15 Uhr zu hören:

Eine unkonventionelle Organistin
Der 100. Geburtstag von Käte van Tricht

Heute würde Käte van Tricht einhundert Jahre alt. Von 1934 bis 1974 war sie Organistin am St. Petri Dom zu Bremen, obwohl sie mit Kirchenmusik zunächst nicht allzu viel anzufangen wusste. Tanzmusik, so wird erzählt, lag ihrem Naturell näher. Dennoch wurde sie zu einer großen Interpretin, zumal der Werke jener Komponisten, die zur französischen Schule gehören.

Begegnungen ...

Zu Radio Bremen hatte Käte van Tricht gute Kontakte. Und so sind im Laufe der Zeit etwa 80 Aufnahmen mit ihr entstanden, die zum großen Teil Helmut Schaarschmidt betreute, ehemaliger Redakteur für Kirchenmusik bei Radio Bremen. Er wird von seinen Begegnungen mit Frau van Tricht erzählen.

Am Mikrofon: Hans-Peter Raiß

Für den Abend wird die MOTETTE: "MEIN LEBEN AUF DER WALZE" Ein Festkonzert zum 100. Geburtstag von Käte van Tricht im St. Petri Dom veranstaltet. [7]

Aus Anlass dieses Abends wurde unter dem gleichen Titel eine sehr ansprechende Festschrift erstellt und den Anwesenden ausgehändigt. [8]


Nachfolgend nun einige Einblicke in diesen ganz besonderen Motetten-Abend: Dank einer kurzfristig und auf Zuruf erstellten Video-Aufzeichnung durch das atelier 10, vertreten durch den Kameramann Herrn Dipl.-Ing. Christophe Lhopital aus Hannover.

Sie wurde ad-hoc improvisiert, nachdem erst am Tag der Veranstaltung klar wurde, dass Rede von der Aufzeichnung dieser Motette durch den Sender Radio Bremen, von der schon seit langem die Rede war, sich ausschliesslich auf die Musikbeiträge dieses Abends bezogen hatte.

In den folgenden - hier im Flash-Format hier eingestellten - Aufzeichnungen sind zu sehen und zu hören:

- im Verlauf der Motette (vor dem Altar)

Die Begrüssung durch Edda Bosse:

Edda Bosse IMG/flv/6/9/6/flv_kvt001_1.flv

Die Befragung von Wolfgang Baumgratz, Domorganist seit 1979, durch Birgit Kiupel:

Wolfgang Baumgratz IMG/flv/8/7/c/flv_kvt002.flv

Die Befragung von Zsigmond Szathmáry, Domorganist von 1976-78, durch Birgit Kiupel:

Zsigmond Szathmary IMG/flv/7/4/8/flv_kvt003.flv

Die Befragung von Karin Gastell zu ihren Begegnungen mit Käte van Tricht in den Jahren 1988/89, durch Birgit Kiupel (Teil 1):

Karin Gastell (I) IMG/flv/b/0/c/flv_kvt004.flv

Die Befragung von Karin Gastell zu ihren Begegnungen mit Käte van Tricht in den Jahren 1988/89, durch Birgit Kiupel (Teil 2):

Karin Gastell (II) IMG/flv/d/8/e/flv_kvt005.flv

Die Verbeugung der Ausführenden vor dem zahlreich erschienenen Publikum...

(Fast) Alle: Auf der Empore IMG/flv/3/c/a/flv_verbeugung.flv

... von links nach rechts:
Szathmáry | Gastell | Gravenhorst | Baumgratz | Ocker.

- im Nachgang zur Motette (im Seitenschiff)

IMG/mp3_kvtinterview.mp3

Das an diesem Abend eingespielte Interview mit Käte van Tricht von "Friedemann Winkelhofer [9], angekündigt von Birgit Kiupel :

Marlies Mennigmann (I) IMG/flv/a/3/6/flv_kvt009.flv

Die Befragung von Marlies Mennigmann, langjährige Freundin van Käte van Tricht, durch Birgit Kiupel (Teil 1):

Marliese Mennigmann (II) IMG/flv/9/4/a/flv_kvt011.flv

Die Befragung von Marlies Mennigmann, langjährige Freundin van Käte van Tricht, durch Birgit Kiupel (Teil 2):

Werner Dabringhaus IMG/flv/b/a/f/flv_kvt010.flv

Die Befragung von Werner Dabringhaus, Produzent der MUSIKPRODUKTION DABRINGHAUS UND GRIMM, durch Birgit Kiupel:

Helmut Schaarschmidt (I) IMG/flv/0/8/3/flv_kvt012.flv

Die Befragung von Helmut Schaarschmidt über seine Zusammenarbeit mit Käte van Tricht im St. Jürgen Krankenhaus, durch Birgit Kiupel (Teil 1):

Helmut Schaarschmidt (II) IMG/flv/e/d/3/flv_kvt013.flv

Die Befragung von Helmut Schaarschmidt über seine Zusammenarbeit mit Käte van Tricht im St. Jürgen Krankenhaus, durch Birgit Kiupel (Teil 2):

Helmut Schaarschmidt (II) IMG/flv/9/0/8/flv_kvt014.flv

Die Befragung von Helmut Schaarschmidt über seine Zusammenarbeit mit Käte van Tricht bei Radio Bremen, durch Birgit Kiupel (Teil 3):

Claus Ocker IMG/flv/9/f/b/flv_kvt015.flv

Die Befragung von Claus Ocker, Sänger, über seine Zusammenarbeit mit Käte van Tricht im St. Jürgen Krankenhaus, durch Birgit Kiupel:

Tobias Gravenhorst IMG/flv/e/b/2/flv_kvt016.flv

Ein audiovisuelles "Schlussfeuewerk" angekündigt von Tobias Gravenhorst: an der Bachorgel Zsigmond Szathmáry, Illustrationen und Zusammenstellung der Bilder Birgit Kiupel. [10]


An dieser Stelle schon heute ein Dank an jene Personen und Institutionen, die sich auf diesen Tag der Erinnerung vorbereitet und das Ihre dazu beigetragen haben [11]:

Exemplarisch seien hier genannt - und bedankt:

- MUSIKPRODUKTION DABRINGHAUS UND GRIMM [12]

 ©all rights reserved

- STAATSARCHIV BREMEN  [13]

 ©all rights reserved

- DR. BIRGIT KIUPEL

- FRAU KARIN GASTELL

- Die Studierenden der Hochschule für Künste, HfK Bremen

[1] KvT

[2] Sowie: www.kaethe-van-tricht.de

[3] Hier als pars pro toto: zu Person, "Wirken und Werk" ein Eintrag aus wikipedia.

[4] An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich erklärt, dass Herr Ley dazu autorisiert ist, im Zusammenhang mit der Arbeit an diesem Projekt auch eigenständig an die zutreffenden Personen und Institutionen Fragen zu stellen, Auskünfte einzuholen und Materialien in Empfang zu nehmen.

[5] Wer mehr darüber erfahren will, sollte sich mal bei den Audio- und Video-Beiträgen des Senders Radio Bremen umsehen.

[6] Auf diesen Text kann nicht verlinkt werden, da eine solche Schnittstelle - auch nach Anmeldung beim Weser Kurier zu diesem Beitrag nicht gefunden wurde.

[7] Der auf dieser Seite als Referenz eingerichtete Link: www.stpetridom.de/sucherg.php?id=20 führt aber ins Leere.
Wer auf der Hompage des Doms den Suchbegriff "van Tricht" eingibt, findet dort keinen einzigen Treffer - dieses Ergebnis wurde zuletzt am Freitag, den 13. November 2009 erzielt.
Dieses Ergebnis war so erstaulich, dass am 25. November 2009 diese Recherche nochmals wiederholt wurde. Und in der Tat, wer auf der Startseite den kürzesten aller möglichen Suchbegriffe, nämlich "Tricht" eingibt, kommt nach wie vor zu keinem einzigen Treffer.

Wer auf der Seite der "Geschichte des Bremer Domchores" von Dr. Götz Ruempler nach diesem Wort sucht, findet im Rahmen dieses Textes den folgenden Eintrag (zitiert in der Version: "Erstellt: 28-07-09 - Geändert: 21-10-09 10:40"):

Die innere Einstellung Liesches zum nationalsozialistischen Regime auf der einen und seine Menschlichkeit auf der anderen Seite belegen zwei Personen, die damals wegen ihrer jüdischen Abstammung äußerst bedroht waren: In einem Schreiben vom 15.8.1944 "An den Leiter der Finanzabteilung der BEK, Herrn Dr. Cölle, Bremen, Sandstr. 10 - 11" heißt es über die Organistin Käte van Tricht: "Es wird Ihnen neu sein zu hören, dass Frl. K. v. Tr. 25% Jüdin ist. Sie hat es verstanden, am Dom niemals ihre arische Abstammung nachzuweisen; sie verfügt lediglich über einen Studentenausweis, der den Vermerk trägt ’der arische Nachweis ist erbracht’, diese Angabe ist falschl! Es wird Ihre Sache sein, sich hiermit einmal näher zu befassen. Heil Hitler! Gez. Arlt, Wilhadi-Gemeinde" (der damalige Pastor Arlt! G.R.). Dreimal wurde Käte van Tricht daraufhin gekündigt, und dreimal sorgte Richard Liesche dafür, dass die Kündigung aufgehoben wurde! Dank hat er dafür nie erhalten - ganz im Gegenteil.

Der zweite Zeitzeuge für die Gesinnung Richard Liesches ist Professor Dr. Frithjof Haas, Kapellmeister in Karlsruhe von 19 bis 19 , der in den Jahren 1943 und 1944 Orgelschüler bei Richard Liesche war und als Halbjude im "Dritten Reich" um sein Leben fürchten musste. Liesche gab Haas einen Schlüssel, so dass er abends nach Schließung des Domes auf der Sauer-Orgel üben konnte. In einem Bericht vom 8.3.2006, der hier abgedruckt ist, beschreibt Prof. Haas mit großer Wärme die Menschlichkeit, die Liesche ihm entgegenbrachte und ihn vor dem Zugriff der Nazis bewahrte, wobei er sich größter Gefahr aussetzte ....

[8] Auch diese kann bei Vorlage der entsprechenden Datensätze elektronisch aufbereitetet und an dieser Stelle eingestellt werden.

[9] Und nicht "Friedhelm Winkelhöfer"?
Im RadioProgramm von BR4 aus dem Jahr 1994

[10] Wird nachgereicht, sobald die entsprechenden Vorlagen beigebracht und freigegeben wurden.

[11] Alle in diesem Zusammenhang zur Darstellung gebrachten Dokumente werden dabei immer Eigentum der Leihgeber verbleiben. Ein Weiterverwendung und Vervielfältigung derselben ist nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit Herrn Ley und dem Urheber dieses Projektes, Dr. Wolf Siegert, und dem jeweiligen Leihgeber sowie nur nach schriftlicher Zustimmung gestattet.

[12] Bereits veröffentlicht:

PDF - 83.8 kB

[13] Bereits archiviert: http://www.staatsarchiv-bremen.find....


13260 Zeichen